
Die SPD Brieselang zeigt sich tief enttäuscht über die Entscheidung des Staatlichen Schulamtes, die Sekundarstufe II an der Hans-Klakow-Gesamtschule auch im Schuljahr 2026/27 nicht einzurichten. Diese Entscheidung ist ein schwerer Rückschlag für die Bildungslandschaft in Brieselang und sendet ein fatales Signal an Familien, Schülerinnen und Schüler.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 35 Schülerinnen und Schüler haben die Gesamtschule als Erstwunsch gewählt, weitere 13 mit Zweitwunsch. Damit war das Interesse eindeutig vorhanden. Wer ernsthaft gewollt hätte, den Weg zum Abitur in Brieselang zu sichern, hätte die Sekundarstufe II ermöglichen können. Stattdessen wird jungen Menschen erneut eine Perspektive vor Ort genommen.
Mit großer Sorge betrachten wir zugleich den Antrag der Fraktionen CDU/FDP/FW, die Bürgermeisterin mit der Abwicklung der Gesamtschule und ihrer Rückführung in eine Oberschule zu beauftragen. Dieser Vorstoß ist bildungspolitisch rückwärtsgewandt und ignoriert den tatsächlichen Bedarf. Gesamtschulen werden von Eltern und Schülerinnen und Schülern nachgefragt – auch in Brieselang. Das eigentliche Problem liegt nicht im Schulkonzept, sondern darin, dass der dringend notwendige Schulneubau über Jahre hinweg verzögert wurde.
Dabei hat sich die Gemeindevertretung immer wieder klar zur Gesamtschule und zu einem modernen Neubau bekannt. Wer nun die Schule infrage stellt, obwohl die notwendigen Investitionen verschleppt wurden, handelt widersprüchlich und verspielt das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in eine verlässliche Kommunalpolitik.
Für die SPD ist zudem unverständlich, dass Kinder und Jugendliche bei einer Entscheidung, die ihre Zukunft unmittelbar betrifft, weder angemessen beteiligt noch informiert wurden. Die Beteiligung junger Menschen ist kein freiwilliger Akt, sondern Ausdruck moderner Demokratie und nach unserer Auffassung auch durch die kommunalen Regelungen geboten. Wer Politik für junge Menschen macht, muss sie auch einbeziehen.
Wir appellieren deshalb an das Staatliche Schulamt, das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport sowie an alle Verantwortlichen in der Gemeinde Brieselang, endlich Klarheit und Verlässlichkeit zu schaffen. Die Hans-Klakow-Gesamtschule muss so lange erhalten und weiterentwickelt werden, bis der beschlossene Neubau realisiert ist. Nur so kann das Vertrauen der Familien zurückgewonnen werden.
Für die SPD Brieselang ist klar: Bildung ist eine Frage der Chancengerechtigkeit – nicht des Wohnortes. Kinder und Jugendliche verdienen die Möglichkeit, wohnortnah alle Bildungsabschlüsse bis zum Abitur erreichen zu können. Gerade in einer wachsenden Gemeinde mit über 13.000 Einwohnerinnen und Einwohnern darf es keine Politik des Rückschritts geben.
Die SPD Brieselang wird sich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass die Gesamtschule eine Zukunft hat und junge Menschen in Brieselang die Bildungschancen erhalten, die sie verdienen. Gute Bildung ist ein Kern sozialdemokratischer Politik – heute und in Zukunft.